|
Bei dieser FAQ (Frequently Asked Questions = Häufig
gestellte Fragen) handelt es sich um eine Fragensammlung,
die Ihnen einen ersten Einblick in die Entwicklungszusammenarbeit
ermöglichen soll. Inhaltlich orientieren sich die Fragen
an den mir zugesandten E-Mails.
Die aufgeführten Inhalte sind in die Rubriken "Berufseinsteiger"
und "Ausreisende" unterteilt, um dem zeitlichen
Schwerpunkt der Fragestellung gerecht zu werden. Bitte bedenken
Sie: Was Ihnen heute noch unwichtig erscheint, wird vielleicht
morgen ihr Leben verändern. Die Fragen sind deshalb in
alphabetischer Anordnung aufgereiht, um eine Wertung zu vermeiden.
Für Berufseinsteiger
Arbeitsamt, Infos
vom ...
Auch das Arbeitsamt bietet umfangreiches Informationsmaterial
zum Berufseinstieg für Entwicklungshelfer an. Neben den
allgemeinen Bedingungen und zahlreichen Adressen, finden sich
an dieser Stelle auch wichtige Zugangsvoraussetzungen.
BERUFEnet: Entwicklungshelfer
Ein wenig schleierhaft erscheint mir jedoch die Information
in der Rubrik "Zugang". Hier ist von dem Zugangsberuf
"Entwicklungshelfer" die Rede, was sich - falsch
verstanden - nach einem Ausbildungsberuf anhört. Bisher
ist eine Ausbildung als "Entwicklungshelfer" jedoch
in Deutschland inexistent. Gemeint sind damit vermutlich die
Vorbereitungskurse.
[ Top ]
Einsatzdauer
Die Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit ist
in der Regel auf einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren ausgelegt.
Eine vorherige Rückkehr ist jedoch immer möglich.
Eine Verlängerung des Vertrages ist je nach Projekt
und Organisation möglich. Bedenken Sie jedoch, dass die
Organisationen eine maximale Vertragslaufzeit (meist 5 Jahre)
vorsehen, um Schwierigkeiten bei der Wiedereingliederung vorzubeugen.
[ Top ]
Entgelt
Das Entgelt richtet sich nach dem Entwicklungshelfergesetz
und wird in Abhängigkeit vom jeweiligen Einsatzland berechnet.
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Entgelt
nicht profitorientiert ist und zur Deckung der Lebenshaltungskosten
dient.
Zur Ausreise erhält der Entwicklungshelfer noch zusätzliche
Gelder, welche zur Deckung von außerordentlichen Mehrkosten
dienen (z.B. Bekleidung für Motorrad, Reiseausstattung,
besondere Kleidung etc.).
Alle Vorbereitungskurse sind für den Entwicklungshelfer
kostenfrei, ebenso die damit zusammenhängenden Unterbringungskosten.
Nach der Rückkehr wird zusätzlich eine Art "Abfindung"
ausgezahlt, die anhand der geleisteten Einsatzmonate berechnet
wird.
[ Top ]
Familie (Partner, Kinder)
Häufig wird die Frage gestellt, ob der Partner und/oder
Kinder mit ausreisen können. Leider kann die Frage nicht
generell beantwortet werden. Einige Organisationen ermöglichen
die Ausreise, andere lehnen eine Ausreise mit Familie generell
ab.
Wenn Ihre Familie mit ausreist, besprechen Sie diesen Schritt
aber unbedingt rechtzeitig. Kurz: Die Familie muss voll und
ganz hinter der Idee stehen!
[ Top ]
Informationen zur EH
Sie suchen Informationen zur Entwicklungszusammenarbeit und
der Entwicklungshilfe? Dann schauen Sie sich bitte die Liste
unter dem Menüpunkt "Für Veranstalter >
Infobroschüren"
an. Die dort aufgeführten Webseiten bieten umfangreiche
Informationen rund um das Thema.
Zudem finden sich einzelne Dokumente für Bewerber und
Ausreisende auf den Webseiten der Entsendeorganisationen.
Diese finden Sie unter dem Menüpunkt "Für Berufseinsteiger
> Arbeitgeber
& Organisationen".
Praktikum
Praktika sind in der Entwicklungszusammenarbeit eher unüblich.
Wer sich für ein spezielles Projekt interessiert, kann
jedoch auf eigene Faust (und eigene Kosten) das jeweilige
Projekt vor Ort besuchen. Bedenken Sie aber unbedingt: Sprechen
Sie zuerst mit der jeweiligen Entsendeorganisation und lassen
Sie nachfragen, ob die Entwicklungshelfer Sie vor Ort empfangen
können! Wie auch in Deutschland, handelt es sich bei
den Mitarbeitern vor Ort um ganz normale Arbeitnehmer und
nicht um Animateure eines Reiseveranstalters. Angemeldete
Besucher werden jedoch meist gerne empfangen!
Wenn Sie eingeladen worden sind, vergegenwärtigen Sie
sich außerdem bitte folgendes:
Die Entwicklungshelfer vor Ort leben mit einem geringen Einkommen.
Erwarten Sie daher keine ständigen Einladungen in Restaurants
oder eine Vollversorgung im Privathaus. Sie können die
Stimmung ungemein verbessern, wenn Sie sich selbst an den
Kosten beteiligen.
Der
Deutsche Entwicklungsdienst bietet seit einiger Zeit zudem
ein einjähriges Nachwuchsförderungsprogramm an.
Auf der Webseite
erhalten Sie mehr Informationen darüber.
[ Top ]
Sprache
In der Regel müssen Sie die Amtssprache des Gastlandes
in ihren Grundzügen beherrschen (Schulkenntnisse). Unter
Umständen können gute Sprachkenntnisse im Bewerbungsverfahren
sogar ausschlaggebend sein (gilt insbesondere für Führungskräfte),
da hierdurch erfahrungsgemäß weniger Missverständnisse
im Gastland auftreten.
Viele Entsendeorganisationen bieten während der Vorbereitungszeit
auch Sprachkurse zum Erlernen der Landessprache (bzw. einer
der Landessprachen) an. Gerade im direkten Patientenkontakt
kann dies sehr hilfreich sein.
[ Top ]
Voraussetzungen
Die Voraussetzungen für Berufseinsteiger sind in der
Regel von der jeweiligen Entsendeorganisation abhängig.
Dennoch lassen sich einige Richtwerte angeben:
Berufsbild
Entwicklungszusammenarbeit basiert auf einer Zusammenarbeit
von Profis. Voraussetzung für den Einsatz ist daher eine
abgeschlossene Berufsausbildung im jeweiligen Tätigkeitsfeld.
Wer sich hingegen für eine Tätigkeit außerhalb
seines Berufsfelds interessiert, sollte nach Organisationen
Ausschau halten, die "Volontaire" etc. suchen.
Berufserfahrung
In der Regel wird eine minimale Berufserfahrung von 2 bis
3 Jahren verlangt, wobei diese auf denjenigen Beruf bezogen
wird, der im Gastland benötigt wird.
Soft-Skills
Entwicklungszusammenarbeit beinhaltet in jedem Fall auch
den Tätigkeitsbereich des Managements. So muss die Pflegekraft
neben der Buchführung auch auf Verhandlungen mit Partnerorganisationen
etc. vorbereitet sein. Die nachfolgende Liste soll aufzeigen,
was Entsendeorganisationen zur Zeit von ihren Mitarbeitern
verlangen:
- Toleranz
- soziale Kompetenz
- Offenheit gegenüber fremden Kulturen
- Bereitschaft, in ungewohnten Arbeitsfeldern tätig
zu sein
- Neues soll als Herausforderung begriffen werden
Sonstige Voraussetzungen
Es kann sein, dass zu den oben genannten Voraussetzungen
noch Anforderungen wie z.B. ein gültiger Führerschein
etc. gestellt werden. Fragen Sie daher gezielt danach.
Zudem müssen Sie in den meisten Fällen als medizinisch
"tropentauglich" bewertet worden sein. Die dafür
notwendigen Untersuchungen werden in aller Regel nach dem
Vorstellungsgespräch eingeleitet.
[ Top ]
Wo finde ich ...?
Internationale Telefon-Vorwahlnummern:
http://userpage.chemie.fu-berlin.de/diverse/doc/int_tel.html
Internationale Flaggen:
http://www.flaggen.de/
[ Top ]
Für Ausreisende
Besuch
Selbstverständlich können Sie im Gastland auch
Besuch empfangen. Es hat sich aber als vorteilhaft erwiesen,
wenn Sie mit dem Erstbesuch mindestens 6 Monate warten. Auch
die entschlossensten Entwicklungshelfer hat schon das Heimweh
gepackt, wenn der Besuch zu früh erschien. Unterschätzen
Sie das nicht, auch wenn sonst alles wunderbar läuft.
Und abgesehen davon, können Sie Ihrem Besuch auch erst
nach einer Weile die sehenswerten Winkel der Umgebung zeigen.
Was im Reiseführer (sofern vorhanden) steht, kann jeder
selbst erkunden. Für den Rest braucht man einen guten
Freund, der Entwicklungshelfer ist - aber auch der muss es
halt erst einmal entdecken ;-)
Ich musste zudem feststellen, das sich die Verhaltensweise
der Entwicklungsländer im Falle eines Besuches gegenüber
den Partnern schnell ändern kann. Man fühlt sich
auf einmal eingeengt, da die Partner auch gerne die Fremden
kennenlernen möchten. Erwähnen Sie dies gegenüber
Ihrem Besuch im Voraus und erklären Sie Ihren Partnern
vor Ankunft, das Sie auch einmal mit Ihren Liebsten alleine
sein möchten.
Und noch ein Tipp: Ihr Besuch wird westenlich häufiger
mit Schwierigkeiten während seines Aufenthaltes konfrontiert
sein (Einreisebestimmungen, Reise im Land etc.). Für
Sie selbst, werden diese Dinge meist mit Unterstützung
Ihrer Entsendeorganisation geregelt. Für Ihren Besuch
sind SIE verantwortlich. Lassen Sie also im Geiste alle Stationen
und mögliche Hindernisse passieren und räumen Sie
wo möglich, Hindernisse aus dem Weg (z.B. Reiseerlaubnis
durch das Ministerium oder die Deutsche Botschaft).
[ Top ]
Ernährung
Vielleicht mögen Sie zu Beginn die Viel- oder Einfalt
Ihres Gastlandes bezüglich der Speisekarte. Wenn Sie
sich jedoch selbst versorgen müssen, sollten Sie sich
kundig machen, wo die nächsten "Supermärkte"
mit europäischen Produkten angesiedelt sind. Bedenken
Sie: Sie kommen aus einer anderen Kultur. Ihre Grundnahrungsmittel
bestanden bisher nicht aus Weiss- sondern aus Schwarzbrot,
nicht aus Reis sondern aus Kartoffeln.
Auch wenn Sie es vor der Ausreise nicht glauben mögen:
Es kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit der Tag, an dem Sie
nach etwas "richtig handfesten" schmachten werden.
Gönnen Sie sich deshalb rechtzeitig einen Einkauf im
Supermarkt (der in meinem Fall 500 km entfernt war). Und stellen
Sie sich darauf ein, das ein Großteil Ihres Lohnes in
"europäische" Lebensmittel fließt - denn
die sind teuer.
Achten Sie in diesem Zusammenhang auch darauf, das es Speisen
geben kann, die im Gastland (z.B. durch die Religion) verboten
sind. Klären Sie deshalb ab, was Sie Ihren Partnern nicht
anbieten sollten (z.B. Schweinefleisch, Alkohol etc.).
[ Top ]
Gepäck (Mitnahme)
Je nach Entsendeorganisation sind Ihnen 50 kg zusätzliche
Gepäcklast gestattet, insgesamt also 70 kg. Überlegen
Sie daher gut, was Sie mitnehmen möchten. Bedenken Sie
auch, das Sie bei der Rückreise im Regelfall mehr Gepäck
nach Deutschland befördern möchten.
Kostengünstig erweist sich der Versand auf dem Wasserweg.
Klären Sie aber unbedingt vorher ab, ob diese Möglichkeit
auch sicher ist und Ihr Gepäck wirklich ankommt. Eventuell
erweist sich eine zusätzliche Versicherung als sinnvoll
(abhängig von den Versicherungen, die durch Ihre Entsendeorganisation
bereits abgeschlossen wurden). Es gilt sich also kundig zu
machen!
[ Top ]
Lebenshaltungskosten
Die Kosten für den Lebensunterhalt, müssen vom
Entwicklungshelfer selbst getragen werden. Dabei kommen auch
Kosten auf Sie zu, mit denen Sie eventuell im Voraus nicht
rechnen, wie zum Beispiel:
Kosten für Personal
Je nach Entsendeland, wird von Ihnen die Beschäftigung
von Personal erwartet. Das heisst, es kann der Fall sein,
muss aber nicht der Fall sein! So kann es üblich sein,
eine Haushaltshilfe zu beschäftigen, die Ihnen alltägliche
Arbeiten wie "Kochen", "Wäsche waschen"
oder das "Reinigen des Haushalts" vornimmt. Ebenso
häufig ist die Beschäftigung von Wachpersonal, zur
Beaufsichtigung Ihres Domizils.
Oftmals werden dieses Dienstleistungen bzw. Beschäftigungsverhältnisse
zu Beginn eines Auslandsaufenthaltes falsch verstanden und
in die Schublade "Kolonialherrschaft" gesteckt.
Mir ging es zu Beginn ebenso!
Informieren Sie sich deshalb nach Ihrer Ankunft im Land über
die dortigen Gegebenheiten. Wird die Beschäftigung von
Angestellten "verlangt", versuchen Sie fest zu stellen,
ob es sich dabei um einen allgemeinen Konsens handelt. Wenn
dem so ist, sollten Sie auch danach handeln.
Letztendlich geht es darum, Arbeitsplätze zu schaffen.
[ Top ]
Kosten für die Unterkunft
Die Kosten für Ihre Unterkunft werden in der Regel von
der Entstendeorganisation getragen. Falls Sie vor die Auswahl
gestellt werden sollten, bedenken Sie bitte:
Nicht immer ist die billigste Unterkunft auch eine adäquate
Unterkunft im Sinne Ihrer Partner! Je nach Situation, repräsentieren
Sie Ihr Entsendeland, was sich in vielen Ländern dieser
Welt auch an Ihrem Privatleben festmacht. Als "Freiwilliger"
kann es durchaus angebracht sein in einer (im Verhältnis)
einfachen Behausung zu leben. Als "Experte" wird
von Ihnen jedoch eine entsprechende Wohnumgebung erwartet.
Auch hier gibt es nur einen Lösungsweg: Wenn Ihnen keine
Wohnmöglichkeit zugeilt wird, so versuchen Sie herauszufinden,
was Ihrer Situation im Verhältnis zu den Partnern angemessen
ist.
[ Top ]
Post, E-Mail, Telefon etc.
Auch wenn Sie sich auf den Auslandsaufenthalt freuen: Der
Kontakt zur Familie und zu Freunden nimmt spätestens nach
der Ausreise an Bedeutung zu. Je nach Einsatzland stellen
Sie erst vor Ort fest, mit welchen Hürden Sie zu rechnen
haben.
So ist die Kontaktaufnahme per Briefpost häufig mit
langen Transportzeiten verbunden. Grundsätzlich können Sie
zwischen Luftpost und der Postsendung per Schiff wählen.
Ein Luftpost-Brief ist teurer, wird dem Empfänger aber nach
ca. 1 Woche zugestellt. Briefe per Schiff sind aus beispielsweise
aus Afrika ca. 4 Wochen unterwegs.
Daneben besteht in vielen Ländern die Möglichkeit Briefe
über die Deutsche Botschaft zu erhalten. Sofern diese Möglichkeit
besteht, sollten Sie sie auf jeden Fall nutzen und dies aus
mehreren Gründen:
- Die Kosten pro Brief entsprechen denen eines Inlandsbriefs
in Deutschland.
- Sie können sicher sein, dass der Brief den Empfänger
erreicht.
- Die Zustellung erfolgt per Luftpost und erfolgt daher
sehr schnell.
Sofern Sie über einen E-Mail-Zugang verfügen, informieren
Sie sich vorher unbedingt über die entstehenden Kosten. In
der Regel sind die Provider-Kosten nicht mit denen in Deutschland
vergleichbar, das heisst, es muss mit höheren Kosten und
mit einer langsameren Verbindung gerechnet werden.
Wer das Internet häufiger nutzt, denkt eventuell auch an
einen Informationsaustausch per Chat. In einem Chat tauscht
man Informationen in Echtzeit per Internet mit einem
Gesprächspartner aus. Neben den Kosten besteht hierbei ein
weiteres Problem. Da die Telefonleitungen häufig abbrechen,
muss wiederholt eine Einwahl erfolgen, so dass das Gespräch
doch sehr langwierig werden kann.
Trotzdem ist in vielen Fällen das Telefonat eine nicht ersetzbare
Kontaktmöglichkeit. Sie hören wieder einmal die Stimme Ihres
Angehörigen ... in einem fremden Land ein ganz besonderes
Gefühl!
[ Top ]
Vorbereitung: Allgemeines
Die Vorbereitungsdauer liegt in der Regel zwischen 4 bis
12 Wochen. Eine Übersicht zur Vorbereitung findet sich
exemplarisch beim
DED unter:
http://www.ded.de/entwicklungshelfer/vorbereitung/index.html
[ Top ] |