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Pflegeheime – Was muss ich wissen?

Die Pflege in einem Heim kommt für die meisten Senioren dann in Betracht, wenn eine ambulante Pflege zuhause durch Angehörige oder einen Pflegedienst nicht mehr so erbracht werden kann, dass sie den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen gerecht wird.

Die meisten Pflegeheime bieten heute ein gewisses Spektrum verschiedener Pflegeleistungen an. Achten Sie bei der Wahl eines Pflegeheimes darauf, ob die von Ihnen benötigten Leistungen dort erbracht werden. Diese Information finden Sie für jede Einrichtung in unserem Pflegeheim-Verzeichnis – ebenso wie ausführliche Angaben zu den Kosten der Unterbringung, den weiteren Angeboten und der qualitativen Einstufung der Pflegeleistungen.
Die Suche nach einem geeigneten Heim kann ein langwieriger Prozess sein. Oft muss die Entscheidung aber recht schnell gefasst werden, daher ist es hilfreich, sich an einigen objektiven Kriterien zu orientieren. Dazu kommen individuelle Anforderungen, die Ihr Angehöriger an seine zukünftige Umgebung stellt, oder die sein Gesundheitszustand erfordert.
Informationen beschaffen
Wenn Sie eine Auflistung an Einrichtungen haben, können Sie sich zunächst deren Internetauftritt ansehen, dort wird meist schon ein Überblick über die Leistungen und die Grundsätze der dort durchgeführten Pflege gegeben. Rufen Sie außerdem in den Heimen an und fragen Sie nach Informationsmaterial.

Dazu zählen ein Hausprospekt, die Hausordnung, eine Liste mit Leistungsbeschreibungen und Preisen, und auch ein Muster-Heimvertrag. Wenn Ihnen das Gespräch zusagt, könnten Sie auch bereits einen ersten Besichtigungstermin vereinbaren.
Vor Ort ein Bild machen
Nachdem Sie sich einen Überblick verschafft haben, welche Heime Ihnen und Ihrem Angehörigen von den Leistungen zusagen und in Ihrem preislichen Rahmen liegen, sollten Sie versuchen, sich vor Ort ein Bild von den Bewohnern, dem Personal und der allgemeinen Atmosphäre zu machen.

Nehmen Sie in jedem Fall Ihren Angehörigen mit, er oder sie soll sich schließlich in der Einrichtung dauerhaft wohlfühlen. Auch die Anwesenheit von zum Beispiel einer Freundin oder einem Nachbarn kann bei diesem Termin hilfreich sein, da eine von der Pflegesituation nicht betroffene Person die Einrichtung aus einer emotionalen Distanz betrachten kann.
Fragenkatalog für den Ortsbesuch
Lage des Pflegeheims
Außenanlagen
Haus
Einrichtung
Alltagsgestaltung
Pflegepersonal
Bewohner
Freizeitangebot
Die vollstationäre Pflege ist dann nötig, wenn weder die häusliche noch die teilstationäre Pflege möglich sind, weil der Gesundheitszustand oder die individuelle Pflegesituation dies nicht mehr zulassen. Die Pflegekasse kann die Notwendigkeit der vollstationären Pflege durch den MDK prüfen lassen, erst ab dem Pflegegrad 4 (ehem. Pflegestufe 3) wird die Notwendigkeit einer vollstationären Pflege vorausgesetzt.
Kosten für vollstationäre Pflege
Die Heimkosten setzen sich aus dem Heimentgeld, Unterkunft und Verpflegung, den Investitionskosten, sowie eventuell gewünschten Zusatzleistungen zusammen. Das Heimentgeld, das pflegerische Leistungen, medizinische Behandlung und soziale Betreuung abdeckt, wird bis zu einem Anteil von 75% von der Pflegekasse übernommen. Der restliche Betrag wird der Bewohnerin oder dem Bewohner in Rechnung gestellt, kann aber auf Antrag auch von der Sozialhilfe abgedeckt werden.
Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen
Vollstationäre Pflege kann von der Kasse auch in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung finanziert werden, in der deren Erziehung, schulische Ausbildung oder Teilhabe am Arbeits- und Gemeinschaftsleben gefördert wird. Dabei werden bis zu zehn Prozent des Heimentgeltes übernommen, maximal jedoch 266 Euro pro Monat (gilt ab dem 1. Januar 2015). Zudem kann unter bestimmen Bedingungen an Wochenenden, während der Ferien oder bei Aufenthalten zu Hause anteiliges Pflegegeld gezahlt werden.
Die Pflegekasse zahlt für die vollstationäre Versorgung in einem Pflegeheim die Pflege, die medizinische Behandlungspflege und die Betreuung. Die Höhe hängt vom Pflegegrad des Pflegebedürfitgen ab.
Leistungen für die vollstationäre Pflege:
Pflegegrad 1 0 Euro
Pflegegrad 2 770 Euro
Pflegegrad 3 1.262 Euro
Pflegegrad 4 1.775 Euro
Pflegegrad 5 2.005 Euro
Mehr Informationen zu Sachleistungsbeträgen
Bevor Sie ein Heim auswählen, sollten Sie sich immer einen persönlichen Eindruck der Einrichtung verschaffen. Eine weitere Entscheidungshilfe ist zudem die offizielle Bewertung der Heime, die entweder der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder der Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PKV) vergeben.
Wie wird geprüft?
Seit 2011 werden alle zugelassenen Pflegeheime unangekündigt einmal im Jahr (oder wenn eine Beschwerde vorliegt auch gezielt) überprüft. Dabei wird nicht nur die Aktendokumentation kontrolliert, sondern auch der Pflegezustand und die Zufriedenheit der Heimbewohner. Es findet dafür ein Kontrollbesuch durch einen Sachverständigen, sowie eine Befragung der Bewohner statt. Welche Bewohner befragt werden, wird nach dem Zufallsprinzip entschieden, um eventuellen Manipulationsversuchen vorzubeugen. Die Ergebnisse der Bewertung müssen von den Pflegeheimen gut sichtbar im Eingangsbereich aufgehangen werden. Außerdem können die Bewertungen aller Pflegeheime im Internet eingesehen werden (z.B. auf den Seiten der Krankenkassen).

Zusätzlich dazu überprüft die Heimaufsicht einmal jährlich die ihr unterstehenden Einrichtungen. Auch hier wird kontrolliert, ob das Heim alle Anforderungen zur Unterbringung erfüllt. Dabei wird z.B. auch auf die baulichen Gegebenheiten oder die Sicherheitsmaßnahmen im Gebäude geachtet.
Was genau wird überprüft?
Alle zugelassenen Pflegeheime müssen sich an bestimmte medizinisch-pflegerische Expertenstandards halten. Ob und wie diese wirken, wird bei der Qualitätsprüfung festgestellt. Die Sachverständigen untersuchen, ob die Bewohner des Heims Pflegedefizite (z.B. Mangelernährung oder Druckgeschwüre durch zu langes Liegen) aufweisen, befragen sie nach Ihrem Wohlbefinden im Heim und kontrollieren die Einrichtung selbst auf verschiedene Aspekte.maßnahmen im Gebäude geachtet.
Was passiert bei Mängeln in den Einrichtungen?
Bei negativen Ergebnissen der Prüfung bekommt das Heim einen Mängelbescheid und eine Frist zur Behebung der Missstände. In der Zwischenzeit werden die Zahlungen der Pflegekasse an das Heim gekürzt. Auch ein partieller oder gar ganzer Verlust der Zulassung ist möglich, von einer Schließung des Heims wird jedoch meist abgesehen. Wenn die Prüfung wiederholt werden muss, oder das Heim eine erneute Prüfung wünscht, müssen die Kosten dafür von der Einrichtung selbst getragen werden.

Diese Art der Qualitätsprüfung wird von verschiedenen Organisationen kritisiert, da bei der Benotung beispielsweise schlechte Pflegeverhältnisse durch eine besonders schöne Wohnanlage ausgeglichen werden können. Als grobe Orientierung können die Ergebnisse dennoch dienen, Sie sollten sich aber die Mühe machen, sich alle Teilbewertungen anzusehen. Außerdem ist auch bei einer guten Bewertung ein Besuch der Einrichtung unbedingt notwendig. Nur so können Sie sichergehen, dass sich das Heim für Sie oder Ihren Angehörigen eignet.
Laut dem Bundesministerium für Gesundheit gibt es bei der Prüfung folgende Teilbereiche:
  • Die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten
  • die Alltagsgestaltung und der soziale Umgang
  • der Umgang mit Demenzkranken in der Einrichtung
  • die Alltagsgestaltung und der soziale Umgang
  • die Qualität von Verpflegung, Wohngegebenheiten, Hauswirtschaft und Hygiene
  • Jeder Teilbereich bekommt eine Einzelnote, die Bewohnerbefragung wird zusätzlich separat benotet
Haben Sie noch Fragen zu häuslicher Pflege und Pflegeheimen?
Dann schreiben Sie uns per Whats App unter: 0174 539 09 77
oder senden Sie uns eine E-Mail an info@pflegewelt.de.