MDK-Begutachtung

Um den Grad an Pflegebedürftigkeit festzustellen, sendet die
Pflegekasse einen Gutachter des MDK zu Ihnen nach Hause.
Diesen Termin sollten Sie sorgfältig vorbereiten, um eine falsche
Bewertung des Gutachters zu verhindern.
Nach Antragstellung sollten Sie bereits damit beginnen, alle relevanten Unterlagen
zu sammeln (klicken Sie hier für eine Checkliste).
Ca. 1 Woche vor dem Termin erhalten Sie eine schriftliche Ankündigung durch
Ihre Pflegekasse.
Spätestens jetzt sollten Sie damit beginnen ein Pflegetagebuch zu führen, um dem
Gutachter ein möglichst genaues Bild der Pflegesituation zu vermitteln. So können
Sie eine falsche Einschätzung vermeiden.
(Laden Sie sich hier eine Vorlage für ein Pflegetagebuch herunter.)
Die Wohnsituation sollte am Tag der Begutachtung möglichst authentisch sein –
ein Großputz ist im Vorfeld nicht nötig und Sie sollten auch Ihren Tagesrythmus nicht
umstellen. Die Gutachter wissen, dass es in einer neuen Pflegesituation chaotisch
zugehen kann.
Beim Termin sollten zwei geschäftsfähige Personen anwesend sein, die eine
Falscheinschätzung oder unrichtige Angaben im Gutachten bezeugen können. Dies
können der Pflegebedürftige und ein Familienangehöriger sein oder, sollte der
Pflegebedürftige nicht mehr geschäftsfähig sein, ein weiterer Angehöriger, Nachbar
oder Mitarbeiter eines Pflegedienstes.
Mit dem neuen Begutachtungsverfahren NBA ("Neues Begutachtungsassessment") wird der Grad an
Pflegebedürftigkeit nicht mehr nur anhand körperlicher Beeinträchtigungen festgelegt, die Kriterien wurden auch
auf psychische und kognitive Fähigkeiten ausgeweitet. Mit Hilfe eines Fragebogens wird nun herausgefunden,
wie selbstständig der Betroffene noch in seinem Umfeld agieren kann.
So funktioniert's: Der MDK-Gutachter schätzt Ihre Pflegesituation anhand von 8 Modulen und zugehörigen Fragebogen ein. Je nach Antwort erhalten Sie für jedes der Module eine Punktzahl. Je höher die Punktzahl, desto höher ist der spätere Pflegegrad.
Der Grad an Selbstständigkeit wird mit Hilfe dieser Module gemessen:
1  Mobilität
2  Kognitive & kommunikative Fähigkeiten
3  Verhaltensweisen & psychische Problemlagen
4  Selbstversorgung
5  Umgang mit krankheits- & therapiebedingten Belastungen
6  Gestaltung des Alltags und sozialer Kontakt
7  Außerhäusliche Aktivitäten
8  Haushaltsführung
Im Modul "Mobilität" wird abgefragt, wie gut eine Person aktiv die eigene Pflege bewältigen oder zumindest erleichtern kann. Personen, die sich noch selbst im Bett bewegen oder aufsetzen können, haben einen niedrigerenflegebedarf als jene, die mehrfach pro Tag durch eine Pflegeperson umgelagert werden müssen. Relevant für dieses Modul ist auch, wie gut die Beweglichkeit innerhalb und außerhalb der Wohnung ist. Ob eine Gehhilfe von Nöten ist und ob es sich dabei um einen Gehstock, Rollator oder Rollstuhl handelt.

Der Fragebogen für das Modul "Mobilität" gestaltet sich wie folgt:

selbstständig überwiegend
selbstständig
überwiegend
unselbstständig
unselbstständig
1.1 Positionswechsel im Bett 0 1 2 3
1.2 Stabile Sitzposition halten 0 1 2 3
1.3 Aufstehen aus sitzender Position/Umsetzen 0 1 2 3
1.4 Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs 0 1 2 3
1.5 Treppensteigen 0 1 2 3


Die Bewertung aus dem Modul "Mobilität" fließt zu 10 % in die Gesamtwertung ein.
Im Modul "kognitive & kommunikative Fähigkeiten" wird abgefragt, wie gut sich eine Person noch mitteilen bzw. zeitlich und örtlich orientieren kann. Personen, die noch problemlos Alltagsentscheidungen treffen oder Risiken erkennen, haben einen niedrigeren Pflegebedarf als solche, die dazu nicht mehr in der Lage sind. Ausschlaggebend ist hier nicht, welche Krankheit die beschriebenen Fähigkeiten einschränkt, sondern in welcher Stärke sie beeinträchtigt sind.

Der Fragebogen für das Modul "kognitive & kommunikative Fähigkeiten" gestaltet sich wie folgt:

vorhanden größtenteils
vorhanden
in geringem Maße
vorhanden
nicht vorhanden
2.1 Personen aus dem näheren Umfeld erkennen 0 1 2 3
2.2 Örtliche Orientierung 0 1 2 3
2.3 Zeitliche Orientierung 0 1 2 3
2.4 Gedächtnis 0 1 2 3
2.5 Mehrschrittige Alltagshandlungen ausführen 0 1 2 3
2.6 Entscheidungen im Alltagsleben treffen 0 1 2 3
2.7 Sachverhalte & Informationen verstehen 0 1 2 3
2.8 Risiken & Gefahren erkennen 0 1 2 3
2.9 Mitteilung elementarer Bedürfnisse 0 1 2 3
2.10 Verstehen von Aufforderungen 0 1 2 3
2.11 Beteiligung an einem Gespräch 0 1 2 3


Achtung: Nur die ersten 8 Merkmale fließen in die endgültige Bewertung ein.

Die Bewertung aus dem Modul "kognitive & kommunikative Fähigkeiten" fließt zu 15 % in die Gesamtwertung ein, sofern die Punktzahl höher ist als die aus dem Modul 3.
Im Modul "Verhaltensweisen & psychologische Problemlagen" wird abgefragt, wie sehr das alltägliche Leben des Pflegebedürftigen durch beispielsweise Demenz oder Depressionen beeinträchtigt sind. Je häufiger die genannten Verhaltensweisen auftreten, desto schwerer gestaltet sich die Pflege der betreffenden Person.

Der Fragebogen für das Modul "Verhaltensweisen & psychologische Problemlagen" gestaltet sich wie folgt:

nie maximal
1x wöchentlich
mehrmals
wöchentlich
täglich
3.1 Motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten 0 1 3 5
3.2 Nächtliche Unruhe 0 1 3 5
3.3 Selbstschädigendes & autoaggressives Verhalten 0 1 3 5
3.4 Beschädigung von Gegenständen 0 1 3 5
3.5 Physisch aggressives Verhalten ggü. anderen Personen 0 1 3 5
3.6 Verbale Aggression 0 1 3 5
3.7 Andere vokale Auffälligkeiten 0 1 3 5
3.8 Abwehr pflegerischer oder unterstützender Maßnahmen 0 1 3 5
3.9 Wahnvorstellungen, Sinnestäuschungen 0 1 3 5
3.10 Ängste 0 1 3 5
3.11 Antriebslosigkeit, depressive Stimmung 0 1 3 5
3.12 Sozial inadäquate Verhaltensweisen 0 1 3 5
3.13 Sonstige inadäquate Handlungen 0 1 3 5


Die Bewertung aus dem Modul "Verhaltensweisen & psychologische Problemlagen" fließt zu 15 % in die Gesamtwertung ein, sofern die Punktzahl höher ist als die aus dem Modul 2.
Im Modul "Selbstversorgung" wird abgefragt, ob und in welchem Ausmaß sich eine pflegebedürftige Person noch selbst versorgen kann. Überprüft werden hier verschiedene Bereiche der Grundpflege - wie Körperpflege und Ernährung. Relevant für dieses Modul ist auch, ob die Pflegeperson an Inkontinenz leidet und wie mit dieser umgegangen wird. Für die Bewertung ist unerheblich, ob die Selbstversorgung aufgrund körperlicher oder mentaler Beeinträchtigung vermindert oder nicht möglich ist.

Der Fragebogen für den Bereich "Selbstversorgung" gestaltet sich wie folgt:

selbstständig überwiegend
selbstständig
überwiegend
unselbstständig
unselbstständig
4.1 Vorderen Oberkörper waschen 0 1 2 3
4.2 Kämmen, Zahnpflege/Prothesenreinigung, Rasieren 0 1 2 3
4.3 Intimbereich waschen 0 1 2 3
4.4 Duschen oder Baden 0 1 2 3
4.5 Oberkörper an- & auskleiden 0 1 2 3
4.6 Unterkörper an- & auskleiden 0 1 2 3
4.7 Nahrung mundgerecht zubereiten, Getränk eingießen 0 1 2 3
4.8 Essen 0 3 6 9
4.9 Trinken 0 2 4 6
4.10 Toilette/Toilettenstuhl benutzen 0 2 4 6
4.11 Folgen einer Harninkontinenz bewältigen,
Umgang mit Dauerkatheter/Urostoma
0 1 3 5
4.12 Folgen einer Stuhlinkontinenz bewältigen,
Umgang mit Stoma
0 1 3 5


Die Werte der Punkte 4.11 und 4.12 gehen nur dann in die endgültige Bewertung ein, wenn die pflegebedürftige Person als überwiegend oder vollständig inkontinent gilt bzw. eine künstliche Abführung von Harn/Stuhl erfolgt.

Die Bewertung aus dem Modul "Selbstversorgung" fließt zu 40 % in die Gesamtwertung ein.
Im Modul "Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen & Belastungen" wird abgefragt, ob und in welchem Ausmaß eine pflegebedürftige Person Verantwortung für die eigene medizinische Versorgung übernehmen kann. Dies reicht von der bloßen Einnahme von Medikamenten über Wundversorgung bis hin zu Besuchen von Ärzten und medizinischen Einrichtung.

Der Fragebogen für den Bereich "Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen & Belastungen" unterscheidet sich erheblich von denen der anderen Module. So ist hier für die Bewertung vor allem entscheidend, wie oft eine der Tätigkeiten anfällt. Dafür gelten folgende Richtlinien:

5.1 Medikation
Entfällt bzw. erfolgt selbstständig

1 x täglich
2–3x täglich
4–8x täglich
> 8x täglich
= 0 Punkte

= 0 Punkte
= 1 Punkte
= 2 Punkte
= 3 Punkte
5.2 Injektionen
5.3 Versorgung intravenöser Zugänge
5.4 Absaugen oder Sauerstoffgabe
5.5 Einreibungen, Kälte-/Wärmeanwendungen
5.6 Messung und Deutung von Körperzuständen
5.7 Umgang mit körpernahen Hilfsmitteln (z.B. Prothesen, Kompressionsstrümpfen)
5.8 Verbandwechsel/Wunderversorgung
Entfällt bzw. erfolgt selbstständig

< 1x wöchentlich
1-nx wöchentlich
1-2x täglich
> 2x täglich
= 0

= 0
= 1
= 2
= 3
5.9 Wunderversorgung bei Stoma
5.10 Regelmäßige Einmalkatheterisierung, Nutzung von Abführmethoden
5.11 Therapiemaßnahmen in häuslicher Umgebung (z.B. Bewegungsübungen,Atemgymnastik)
5.12 Zeitlich ausgedehnte technikintensive Maßnahmen in häuslicher Umgebung (wie Hämodialyse)
Entfällt bzw. erfolgt selbstständig
5.13 / 5.14 / 5.K erfolgen monatlich
5.13 / 5.14 / 5.K erfolgen wöchentlich
5.12 / 5.15 erfolgen monatlich
5.12 / 5.15 erfolgen wöchentlich
= 0
= 1
= 4,3
= 2
= 8,6

Die zusammengezählten Punkte werden erneut einer Skala zugeordnet, die schließlich in die Gesamtwertung eingeht:

0 - 4,3 Punkte
4,3 - < 8,6 Punkte
8,6 < 12,9 Punkte
Ab 12,9 Punkte
= 0
= 1
= 2
= 3
5.13 Arztbesuche
5.14 Besuch anderer medizinischer/therapeutischer Einrichtunge ( < 3h)
5.15 Zeitlich ausgedehnter Besuch medizinischer/therapeutischer Einrichtungen (> 3h)
5.K Besuch einer Einrichtung zur Durchführung von Frühförderung (nur bei Kindern)
selbstständig überwiegend
selbstständig
überwiegend
unselbstständig
unselbstständig
5.16 Einhaltung einer Diät oder anderer
Verhaltensvorschriften
0 1 2 3


Die Bewertung aus dem Modul "Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen und Belastungen" fließt zu 20 % in die Gesamtwertung ein.
Im Modul "Gestaltung des Alltaglebens & soziale Kontakte" wird abgefragt, ob eine pflegebedürftige Person dazu in der Lage ist, ihren Alltag selbst zu planen und zu gestalten. Dies beinhaltet nicht nur die Planung eines typischen Tagesablaufs, sondern auch die Interaktion mit und Pflege von Kontakten.

Der Fragebogen für den Bereich "Gestaltung des Alltagslebens & soziale Kontakte" gestaltet sich wie folgt:

selbstständig überwiegend
selbstständig
überwiegend
unselbstständig
unselbstständig
6.1 Tagesablauf gestalten & an Veränderungen anpassen 0 1 2 3
6.2 Ruhen & Schlafen 0 1 2 3
6.3 Sich beschäftigen 0 1 2 3
6.4 In die Zukunft gerichtete Planungen vornehmen 0 1 2 3
6.5 Interaktionen mit Personen im dirketen Kontakt 0 1 2 3
6.6 Kontaktpflege zu Personen außerhalb d. direkten Umfeldes 0 1 2 3


Die Bewertung aus dem Modul "Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte" fließt zu 15 % in die Gesamtwertung ein.
Im Modul "Äußerhäusliche Aktivitäten" wird abgefragt, wie selbstständig sich eine pflegebedürftige Person außerhalb ihrer Wohnung bewegen bzw. wie gut sie an außerhäuslichen Aktivitäten teilnehmen kann. Kann eine Aktivität selbstständig durchgeführt werden? Wenn nicht, ist die Hilfe von einer oder mehreren Personen nötig oder kann der Aktivität auch mit Hilfe nicht nachgegangen werden? Diese Fragen sind Grundlage dieses Moduls.

Dieses Modul wird zwar vom MDK erfasst, die Bewertung fließt jedoch nicht in die Gesamtwertung des Pflegegrads ein. Der Fragebogen umfasst folgende Punkte:

7.1 Verlassen der Wohnung/des Wohnbereichs
7.2 Fortbewegung außerhalb der Wohnung od. Einrichtung (Zu Fuß od. mit dem Rollstuhl)
7.3 Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Nahverkehr)
7.4 Mitfahren in einem Pkw/Taxi
7.5 Teilnahme an kulturellen, religiösen od. sportlichen Veranstaltungen
7.6 Besuch von Schule, Kindergarten, Arbeitsplatz, Werkstatt, Tagespflegeeinrichtung
7.7 Teilnahme an sonstigen Aktivitäten mit anderen Menschen
Im Modul "Haushaltsführung" wird abgefragt, ob ein pflegebedürftiger Mensch in der Lage ist, seinen Haushalt selbstständig zu führen. Dazu gehören neben Aufräum- & Reinigungsarbeiten auch das Einkaufen von Lebensmitteln oder das Regeln von Behördengängen.

Dieses Modul wird zwar vom MDK erfasst, die Bewertung fließt jedoch nicht in die Gesamtwertung des Pflegegrads ein. Der Fragebogen umfasst folgende Punkte:

8.1 Einkaufen für den täglichen Bedarf
8.2 Zubereitung einfacher Mahlzeiten
8.3 Einfache (leichte) Aufräum- & Reinigungsarbeiten
8.4 Aufwendige (schwere) Aufräum- & Reinigungsarbeiten
8.5 Nutzung von Dienstleistungen
8.6 Regelung finanzieller Angelegenheiten
8.7 Regelung von Behördenangelegenheiten
Klicken Sie auf das jeweilige Modul, um mehr zu erfahren.
Die Punkte aus den Modulen 1 bis 6 werden nach der Bewertung Punktbereichen zugeordnet, wodurch Sie Teilergebnisse erhalten. Diese Teilergebnisse werden anschließend anhand einer fünfstufigen Skala Werten zugeordnet, anhand deren Summe sich später der Pflegegrad bestimmen lässt.
Module Zuordnung der Punktebereiche
0 1 2 3 4
1. Mobilität 0 1-3 4-6 7-9 10-15
2. Kognitive & kommunikative Fähigkeiten 0 1-4 5-8 9-13 14-24
3. Verhaltensweisen & psychische Problemlagen 0 1-2 3-4 5-6 >6
4. Selbstversorgung 0 1-9 10-24 25-39 >39
5. Umgang mit krankheits- & therapiebedingten Anforderungen 0 1 2-3 4-5 6-12
6. Gestaltung des Alltagslebens & soziale Kontakte 0 1-3 4-6 7-11 12-18
Beispiel: Das Modul 1 "Mobilität" wurde mit 5 Punkten bewertet, das bedeutet, Sie werden in diesem Modul dem Punktebereich 2 zugeordnet.
Diesem Punktebereich werden nun Modulspezifische Werte zugeordnet.
Module Gewichtung Zuordnung der Punktebereiche
0 1 2 3 4
1. Mobilität 10% 0 2,5 5 7,5 10
2. & 3.*

* Es wird der höhere Zwischenwert aus der vorangegangenen Zuordnung gewählt.
15% 0 3,75 7,5 11,25 15
4. 40% 0 10 20 30 40
5. 20% 0 5 10 15 20
6. 15% 0 3,75 7,5 11,25 15
Beispiel: Für Modul 1 wurden Sie dem Punktebereich 2 zugeordnet - Sie erhalten für dieses Modul also die Punktzahl 5.
Achtung: Aus Modul 2 und 3 wählen Sie das Modul mit dem höheren Punktebereich aus und lassen nur dieses in die Bewertung einfließen.
Die Punkte werden nun für alle Module zusammengezählt und wie folgt einem Pflegegrad zugeordnet:
unter 12,5 Punkte keine Beeinträchtigung der
Selbstständigkeit = kein Pflegegrad
12,5 bis < 27 Punkte geringe Beeinträchtigung der
Selbstständigkeit = Pflegegrad 1
27 bis < 47,5 Punkte erhebliche Beeinträchtigung der
Selbstständigkeit = Pflegegrad 2
47,5 bis < 70 Punkte schwere Beeinträchtigung der
Selbstständigkeit = Pflegegrad 3
70 bis < 90 Punkte schwerste Beeinträchtigung der
Selbstständigkeit = Pflegegrad 4
90 bis 100 Punkte schwerste Beeinträchtigung d. Selbstständigkeit
mit besonderen Anforderungen = Pflegegrad 5
Tipps für den Gutachter-Termin:
  • Verweisen Sie während des Termins immer wieder auf Ihre zusammengestellten Informationen.
  • Achten Sie darauf, dass der Gutachter diese Informationen auch in sein Protokoll übernimmt.
  • Beantworten Sie Fragen mit Bedacht – keine Frage wird grundlos gestellt!
  • Bitten Sie am Ende des Termins um Übersendung des Gutachtens mit dem Bescheid der Pflegekasse.
Tipps für die Prüfung des Gutachtens:
  • Lesen Sie sich das Gutachten gut durch – auch wenn die Einschätzung Ihrer Vorstellung entspricht.
  • Achten Sie auf Richtigkeit und Vollständigkeit des Gutachtens – vor allem in Bezug auf die Angaben aus Ihrem Pflegetagebuch.
  • Sind auch Ihre zusätzlichen Angaben zur Pflegesituation berücksichtigt worden – beispielsweise besondere Erschwernisse der Pflege?
Der MDK-Gutachter soll sich während des Termins ein möglichst umfassendes Bild von den Fähigkeiten Ihres Angehörigen machen. Der Gesetzgeber hat dafür einige Fragen und Aufgaben vorgegeben, die jeder Gutachter stellen muss.
Vor allem soll damit die Beweglichkeit und damit die Selbstständigkeit Ihres Angehörigen geprüft werden.
1. Nackengriff
Der Pflegebedürftige soll seine Hände in den Nacken bzw. hinter den Kopf legen. Damit wird geprüft, ob die Beweglichkeit Ihres Angehörigen ausreicht, um sich selbst die Haare zu kämmen.

2. Beugung des Oberkörpers
Im Sitzen soll der Pflegebedürftige seine Hände an die Füße legen. Damit wird geprüft, ob er sich noch selbst die Schuhe anziehen und zubinden kann.

3. Schürzengriff
Ihr Angehöriger wird gebeten, die Hände hinter den Rücken zu legen. Damit soll geprüft werden, ob er noch in der Lage ist, sich nach dem Toilettengang selbst zu reinigen.

4. Motorik und kognitive Fähigkeiten
Der Gutachter testet diesen Bereich auf zwei Weisen: zunächst soll Ihr Angehöriger mit beiden Händen eine feste Faust bilden. Für die zweite Aufgabe muss Ihr Angehörige mit dem Daumen jeweils Zeige-, Mittel-, Ring und kleinen Finger nacheinander berühren.
Mit dem Besuch des Gutachters ist Schritt 2 im Prozess der Beantragung von Pflegeleistungen abgeschlossen.
Nach Erhalt des Gutachtens des MDK entscheidet Ihre Pflegekasse, ob Ihr Antrag genehmigt wird oder nicht.
Den Bescheid sollten Sie innerhalb von 5 Wochen nach Antragstellung erhalten.
1. Sie stellen einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der Pflegekasse. Dazu nutzen Sie am besten das Formular, das von Ihrer Kasse zur Verfügung gestellt wird.
2. Die Pflegekasse beauftragt den Medizini­schen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder einen anderen unabhängigen Gutachter mit der Begutachtung Ihrer Pflegesituation.
Sie sind hier
3. Sie erhalten innerhalb von 5 Wochen einen Bescheid der Pflegekasse und erhalten ab sofort und rückwirkend zum Monat der Antragstellung die gewünschten Pflegeleistungen.

Ein Pflegefall
tritt auf.
Fall 1: Die Pflegekasse
genehmigt den Antrag.

Fall 2: Die Pflegekasse
lehnt den Antrag ab.

Sie erhalten
einen Pflegegrad und können Leistungen
in Anspruch nehmen.
1. Führen Sie als Vorbereitung auf den MDK-Besuch ein Pflege­tagebuch, um die Pflegesituation genau zu protokollieren.
Wird der Antrag abgelehnt oder ein zu niedriger Pflegegrad vergeben, können Sie innerhalb von 30 Tagen schriftlich Einspruch erheben. Die Pflegekasse beauftragt erneut den MDK für ein zweites Gutachten.
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