Pflegegrad 02 Voraussetzungen und Leistungen

Pflegegrad 2 steht Pflegebedürftigen zu, die laut des Gesetzgebers bereits „erheblich in ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt sind“. Sie haben damit Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse. Wir informieren Sie, wie diese Leistungen aussehen und welche Voraussetzungen für Pflegegrad 2 erfüllt sein müssen.

Die Ermittlung des Pflegebedarfs wird ab dem 1. November 2016 mittels des Prüfverfahren NBA errechnet. (für mehr Informationen zum NBA hier klicken). Bei diesem werden dem Pflegebedürftigen für den Hilfebedarf Punkte zugewiesen. Für Pflegegrad 2 muss mindestens eine Punktzahl von 27 erreicht werden.

Bei Pflegegrad 2 muss die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen bereits erheblich eingeschränkt sein. Diese Einschränkungen können sich auf einen oder mehrere Bereiche beziehen (z.B. körperlich, psychisch, kognitiv etc.). Menschen der Pflegestufe 0 (vornehmlich Demenzkranke) und 1 bekommen automatisch diesen Pflegegrad zugewiesen. Neue Antragssteller können ebenfalls den Pflegegrad 2 erhalten, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.


Hinweis: Wenn Sie bereits eine Pflegestufe haben, müssen Sie sich nicht erneut begutachten lassen. Sie erhalten automatisch den nächsthöheren Pflegegrad. Zudem erhalten Sie garantiert nicht weniger Leistungen als vorher. Dies ist gesetzlich geregelt.

Mit Pflegegrad 2 stehen Ihnen erheblich mehr Leistungen zu. Beantragen Sie am besten eine Höherstufung, sobald sich Symptome bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen verschlechtern.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen kurzen Überblick über die Leistungen.
Pflegegeld oder Sachleistungen Betreuungs- und Entlastungs-
leistungen
Kurzzeitpflege Verhinderungs-
pflege
Tages- und Nachtpflege Vollstationäre Pflege
316 €
Pflegegeld und Pflegesachleist­ungen für 689€ monatlich
125 € maximal 1.612 € im Jahr maximal 1.612 € im Jahr Teilstationäre Pflegeleistung (monatlich 689 €) 770 €

Erläuterung: Das Pflegegeld steht Pflegebedürftigen zu, die von einem Angehörigen im Haushalt gepflegt werden. Die Pflegesachleistungen sind für professionelle Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst angedacht. Werden Sie von einem Angehörigen und einem Pflegedienst betreut, zahlt die Pflegekasse eine Kombinationsleistung. Das Pflegegeld wird dann verringert.

Gleicher Betrag für alle. In Zukunft zahlen alle Pflegeheimbewohner den gleichen Eigenanteil für die vollstationäre Pflege – unabhängig von der Pflegestufe. Für 2017 beläuft sich dieser voraussichtlich auf 580 € monatlich.
Einen Anspruch auf Kurzzeitpflege haben Sie, wenn Sie beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt vorübergehend noch weitere Unterstützung benötigen. Verhinderungspflege können Sie beantragen, wenn Ihr pflegender Angehöriger krank oder im Urlaub ist. Gegebenenfalls können beide Leistungen gegeneinander angerechnet werden. Beachten Sie dazu die folgenden Hinweise:
  • Sie haben 28 Tage im Jahr Anspruch auf Verhinderungspflege. Erhalten Sie im laufenden Jahr keine Kurzzeitpflege, erhöht sich dieser auf 6 Wochen. Sie erhalten dann für das Jahr bis zu 3.224 €. Die Leistungen aus Kurzzeit- und Verhinderungspflege werden addiert.
  • Nehmen Sie für das laufende Jahr keine Verhinderungspflege in Anspruch, steigt Ihr Anspruch auf Kurzzeitpflege auf 8 Wochen im Jahr. Hier werden ebenfalls die beiden Sachleistungen addiert. Der Betrag für die Kurzzeitpflege für das laufende Jahr summiert sich dann auf 3.224 €.

  • Das Pflegegeld wird während der Kurzzeitpflege noch für acht Wochen zu 50% weitergezahlt.

  • Während der Verhinderungspflege wird Ihnen Ihr Pflegegeld noch für sechs Wochen zur Hälfte weitergezahlt.

Zusätzlich zu den genannten Pflegeleistungen, die Ihnen speziell für den Pflegegrad 2
zustehen, haben Sie auch noch Anspruch auf folgende Leistungen:

Finanzieller Zuschuss zu Wohnraumanpassungen: Dies trifft beispielsweise zu, wenn Sie
Ihre Wohnung barrierefrei machen wollen, weil Sie einen Rollstuhl oder Rollator nutzen.
Bis zu 4.000 € stehen Ihnen aus der Pflegekasse für einen solchen Umbau zu.
Ein Hausnotrufsystem: Ein Hausnotrufsystem sorgt dafür, dass Sie bei einem Unfall wie
beispielsweise einem Sturz schnell Hilfe bekommen. Mit Pflegegrad 1 haben Sie einen
Anspruch auf einen finanziellen Zuschuss von monatlich 18,36 € sowie einer einmaligen
Leistung für die Einrichtung von 10,49 €.
Medizinische Hilfsmittel: Rollstühle, Badehilfen und Einlagen für Ihre Schuhe sind drei
Beispiele für medizinische Hilfsmittel. Mit Pflegegrad 1 haben Sie auf diese je nach
Bedarf einen Anspruch.
Beratungsbesuche: Bei einem Beratungsbesuch kommt beispielsweise ein geschultes
Pflegepersonal für ein Beratungsgespräch zu Ihnen nach Hause. Bei Pflegegrad 1
übernimmt die Pflegekasse die Kosten.
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel: Sie haben mit dem Pflegegrad 1 Anspruch
auf Pflegehilfsmittel wie Handschuhe, Bettschutzeinlagen und Desinfektionsmittel.
Tipp: Beantragen Sie hierfür das Pflege-Paket.
Beiträge zur Rentenkasse übernimmt die Pflegekasse für die Pflegeperson, wenn diese
durch die Pflege von Angehörigen nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeiten kann.