Pflegegrad 05 Voraussetzungen und Leistungen

Betroffene leiden unter der „höchsten Einschränkung der Selbstständigkeit“. Die Leistungen seitens der Pflegekasse sind mit diesem Grad daher besonders hoch. Wir informieren, welche Ansprüche Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 5 haben und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen.

Ab November 2016 wird das neue Prüfsystem NBA angewandt. Informationen zu diesem Verfahren erhalten Sie hier. Beim NBA wird der Grad der Selbstständigkeit mit Punkten gemessen. Je höher die Punktzahl, desto höher der Pflegebedarf eines Menschen. Für den Pflegegrad 5 werden bei der Prüfung mindestens 90 von insgesamt 100 Punkten erreicht.

Pflegegrad 5 erhalten nur sehr stark pflegebedürftige Menschen. Haben Sie oder Ihr Angehöriger bereits eine Pflegestufe, zum Beispiel Pflegestufe 3, wird er in der Regel auf Pflegestufe 4 hochgestuft. In Ausnahmefällen können Pflegebedürftige mit Pflegestufe 3 und Demenz die Pflegestufe 5 erreichen. Natürlich kann dieser Pflegegrad auch bei einer Neubeantragung erreicht werden.


Hinweis: Bei einer bestehenden Pflegestufe muss kein neuer Antrag gestellt werden – Pflegebedürftige werden automatisch um mindestens eine, bei vorliegender Demenz um zwei Pflegegrade höher gestuft. Die Leistungen bleiben die gleichen oder verbessern sich. Beantragen Sie eine Höherstufung jedoch zeitnah, wenn sich der Pflegeaufwand erhöht.

Der Pflegeaufwand ist bei Pflegegrad 5 nach dem neuen Pflegestärkungsgesetz der am höchsten
eingeschätzte. Welche Leistungen Sie mit Pflegestufe 5 beantragen können,
sehen Sie in der Übersichtstabelle.
Pflegegeld oder Sachleistungen Betreuungs- und Entlastungs-
leistungen
Kurzzeitpflege Verhinderungs-
pflege
Tages- und Nachtpflege Vollstationäre Pflege
901 €
Pflegegeld und Pflegesachleist­ungen für 1.995 € monatlich)
125 € maximal 1.612 € im Jahr maximal 1.612 € im Jahr Teilstationäre Pflegeleistung (monatlich 1.995 €) monatlich 2.005 €

Gut zu wissen: Das Pflegegeld erhalten Sie, wenn Sie einen Angehörigen im Haushalt pflegen. Zusätzlich steht Ihnen eine Erstattung von Tages- und Nachtpflegekosten in oben genannter Höhe zu. Diese wird nicht, wie bisher, vom Pflegegeld abgezogen. Pflegesachleistungen beziehen sich auf die dauerhafte Unterbringung in einem Pflegeheim oder die Beauftragung eines Pflegedienstes.

Übrigens: In Zukunft zahlen alle Pflegeheimbewohner den gleichen Eigenanteil. Dieser ist nun nicht mehr – wie früher – abhängig von der Pflegestufe. Für das Jahr 2017 beträgt dieser voraussichtlich 580 €.
Mit einem Pflegegrad 5 haben Sie einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung bei Kurzzeitpflege (z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt) und Verhinderungspflege (wenn die Pflegeperson erkrankt oder im Urlaub ist). Dabei gelten folgende Regelungen:
  • Sie haben einen Anspruch von je 28 Tagen Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Nehmen Sie eines davon in einem Jahr nicht in Anspruch, können die Anteile umgelegt werden. In diesem Fall erhöht sich der Anspruch auf Verhinderungspflege auf sechs Wochen, der Anspruch auf Kurzzeitpflege auf 8 Wochen.
  • Die beiden Summen von je maximal 1.612 € im Jahr können in einem solchen Fall addiert werden. Ihr maximaler Anspruch erhöht sich also auf 3.224 € jährlich.

  • Bei Kurzzeitpflege wird bis zu acht Wochen lang 50% des Pflegegeldes weitergezahlt.

  • Bei Verhinderungspflege wird bis zu sechs Wochen lang 50% des Pflegegeldes weitergezahlt.

Zusätzlich zu den oben genannten Leistungen haben Sie mit einem Pflegegrad 5
auch noch Anspruch auf Folgendes:

Finanzieller Zuschuss zu Wohnraumanpassungen: Dies trifft beispielsweise zu, wenn Sie
Ihre Wohnung barrierefrei machen wollen, weil Sie einen Rollstuhl oder Rollator nutzen.
Bis zu 4.000 € stehen Ihnen aus der Pflegekasse für einen solchen Umbau zu.
Ein Hausnotrufsystem: Ein Hausnotrufsystem sorgt dafür, dass Sie bei einem Unfall wie
beispielsweise einem Sturz schnell Hilfe bekommen. Mit Pflegegrad 1 haben Sie einen
Anspruch auf einen finanziellen Zuschuss von monatlich 18,36 € sowie einer einmaligen
Leistung für die Einrichtung von 10,49 €.
Medizinische Hilfsmittel: Rollstühle, Badehilfen und Einlagen für Ihre Schuhe sind drei
Beispiele für medizinische Hilfsmittel. Mit Pflegegrad 1 haben Sie auf diese je nach
Bedarf einen Anspruch.
Beratungsbesuche und Fortbildungen: Damit jederzeit eine fachgerechte Pflege
gesichert ist, sind die Pflegekassen gesetzlich dazu verpflichtet, Beratungsgespräche
und Fortbildungen zu zahlen.
Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel: Sie haben mit dem Pflegegrad 1 Anspruch
auf Pflegehilfsmittel wie Handschuhe, Bettschutzeinlagen und Desinfektionsmittel.
Tipp: Beantragen Sie hierfür das Pflege-Paket.
Ausgleich für Pflegepersonen, die aufgrund ihrer Funktion als pflegender Angehöriger
nur bis zu 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig sein können. Bei ihnen zahlt die
Pflegekasse die Beiträge zur Krankenversicherung.