Antrag auf Pflegeleistungen stellen

Einen Antrag auf Pflegeleistungen stellen Sie direkt an Ihre Pflegekasse –
diese gehört in der Regel zu Ihrer Krankenkasse. Mit dem Antrag auf Pflegeleistungen
beantragen Sie automatisch auch einen Pflegegrad.
Die Formulare erhalten Sie auf den Internetseiten Ihrer
Pflegekasse oder direkt bei Ihrem Berater.
Voraussetzungen für einen Pflegegrad
Es muss eine Pflegebedürtigkeit vorliegen. Das bedeutet, die betreffende Person muss aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für mindestens sechs Monate in den Bereichen der Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftlichen Versorgung Hilfe in erheblichem oder höherem Maße angewiesen sein.
Die betreffende Person muss in den vergangenen zehn Jahren für mindestens 24 Monate als Mitglied in eine Pflegekasse eingezahlt haben bzw., im Falle von minderjährigen Pflegebedürftigen, familienversichert gewesen sein.
Nach Antragstellung muss Ihnen die Pflegekasse auf ihre Kosten einen Termin bei einem Pflegeberater zukommen lassen – dieser Termin kann auch bei Ihnen Zuhause stattfinden. Auf diese Pflegeberatung haben Sie einen rechtlichen Anspruch.
Die Pflegekasse muss die Entscheidung über Ihren Antrag innerhalb von 5 Wochen treffen. Diese Frist verkürzt sich auf 1 Woche, wenn Ihr Angehöriger stationär versorgt wird und eine Weiterversorgung sichergestellt werden muss, bzw. auf 2 Wochen, wenn Ihr Angehöriger Zuhause gepflegt und die Inanspruchnahme von Pflegezeit oder Familienpflegezeit beabsichtigt wird.
Versäumt die Pflegekasse diese Frist, muss Sie dem Antragsteller 70 € für jede begonnene Woche seit Fristüberschreitung zahlen. Dies gilt nicht, wenn die Kasse die Verzögerung nicht selbst zu verschulden hat oder Ihr Angehöriger sich in stationärer Pflege befindet und bereits mindestens Pflegegrad 1 hat.
Nach Genehmigung erhalten Sie die Leistungen der Kasse ab sofort und rückwirkend bis zum Zeitpunkt der Antragsstellung.
Haben Sie bereits einen Pflegegrad, können Sie einen höheren Pflegegrad beantragen, wenn sich Ihre Pflegesituation verändert hat. Dazu finden Sie im Kopf des jeweiligen Antragsformulars meist eine entsprechende Optionen neben „Erstantrag“.
Wird Ihr Antrag abgelehnt oder empfinden Sie den erteilten Pflegegrad als zu gering, können Sie innerhalb von 30 Tagen schriftlich Widerspruch einlegen.

Mit Einführung der Pflegegrade müssen Menschen, die bereits eine Pflegestufe haben, nicht noch einmal vom MDK begutachtet werden. Ihre Pflegestufe wird einfach in den nächst höheren Pflegegrad übertragen:

Pflegestufe ...wird zu Pflegegrad
1 2
1 mit Demenz 3
2 3
2 mit Demenz 4
3 4
3 mit Demenz 5
Voraussetzungen PG Leistungen
  • Es besteht ein Bedarf an Grundpflege (Körperpflege, Mobilität, Ernährung) von 27 bis 60 Minuten pro Tag.
  • Es besteht maximal 1x pro Tag ein Bedarf an psychosozialer Unterstützung - z.B. Hilfe bei finanzielle oder behördlichen Angelegenheiten, Hilfe bei der Kontaktpflege.
  • Es besteht kein Bedarf an nächtlicher Hilfe - z.B. bei der Umlagerung im Bett
  • Es besteht kein Bedarf an einer Hilfsperson, die tagsüber präsent sein muss.
1 0 €
Pflegegeld p. Monat
0 €
Pflegesachleistung p. Monat
0 €
Verhinderungspflege p. Jahr
0 €
Kurzzeitpflege p. Jahr
4.000 €
Zuschuss Wohnraumpassung p.
Maßnahme
40 €
Pflegehilfsmittelpauschale p. Monat
  • Es besteht ein Bedarf an Grundpflege (Körperpflege, Mobilität, Ernährung) von 30 bis 127 Minuten pro Tag.
  • Es besteht maximal 1x pro Tag ein Bedarf an psychosozialer Unterstützung - z.B. Hilfe bei finanzielle oder behördlichen Angelegenheiten, Hilfe bei der Kontaktpflege
  • Es besteht kein Bedarf an nächtlicher Hilfe - z.B. bei der Umlagerung im Bett.
  • Es besteht kein Bedarf an einer Hilfsperson, die tagsüber präsent sein muss.
2 316 €
Pflegegeld p. Monat
689 €
Pflegesachleistung p. Monat
1.612 €
Verhinderungspflege p. Jahr
1.612 €
Kurzzeitpflege p. Jahr
4.000 €
Zuschuss Wohnraumpassung p.
Maßnahme
40 €
Pflegehilfsmittelpauschale p. Monat
  • Es besteht ein Bedarf an Grundpflege (Körperpflege, Mobilität, Ernährung) von131 bis 278 Minuten pro Tag.
  • Es besteht 2 bis 6x pro Tag ein Bedarf an psychosozialer Unterstützung - z.B. Hilfe bei finanzielle oder behördlichen Angelegenheiten, Hilfe bei der Kontaktpflege.
  • Es besteht 2x pro Nacht Bedarf an nächtlicher Hilfe - z.B. bei der Umlagerung im Bett.
  • Es besteht ein Bedarf von weniger als 6 Std. an einer Hilfsperson, die tagsüber präsent sein muss.
3 545 €
Pflegegeld p. Monat
1.262 €
Pflegesachleistung p. Monat
1.612 €
Verhinderungspflege p. Jahr
1.612 €
Kurzzeitpflege p. Jahr
4.000 €
Zuschuss Wohnraumpassung p.
Maßnahme
40 €
Pflegehilfsmittelpauschale p. Monat
  • Es besteht ein Bedarf an Grundpflege (Körperpflege, Mobilität, Ernährung) von 183 bis 300 Minuten pro Tag.
  • Es besteht 2 bis 6x pro Tag ein Bedarf an psychosozialer Unterstützung - z.B. Hilfe bei finanzielle oder behördlichen Angelegenheiten, Hilfe bei der Kontaktpflege.
  • Es besteht bis zu 3x ein Bedarf an nächtlicher Hilfe - z.B. bei der Umlagerung im Bett.
  • Es besteht ein Bedarf von 6 bis 12 Std. an einer Hilfsperson, die tagsüber präsent sein muss.
4 728 €
Pflegegeld p. Monat
1.298 €
Pflegesachleistung p. Monat
1.612 €
Verhinderungspflege p. Jahr
1.612 €
Kurzzeitpflege p. Jahr
4.000 €
Zuschuss Wohnraumpassung p.
Maßnahme
40 €
Pflegehilfsmittelpauschale p. Monat
  • Es besteht ein Bedarf an Grundpflege (Körperpflege, Mobilität, Ernährung) von 245 bis 279 Minuten pro Tag.
  • Es besteht min. 12x pro Tag ein Bedarf an psychosozialer Unterstützung - z.B. Hilfe bei finanzielle oder behördlichen Angelegenheiten, Hilfe bei der Kontaktpflege.
  • Es besteht min. 3x Bedarf an nächtlicher Hilfe - z.B. bei der Umlagerung im Bett.
  • Es besteht rundum die Uhr Bedarf an einer Hilfsperson, die präsent sein muss.
5 901 €
Pflegegeld p. Monat
1.955 €
Pflegesachleistung p. Monat
1.612 €
Verhinderungspflege p. Jahr
1.612 €
Kurzzeitpflege p. Jahr
4.000 €
Zuschuss Wohnraumpassung p.
Maßnahme
40 €
Pflegehilfsmittelpauschale p. Monat
1. Sie stellen einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der Pflegekasse. Dazu nutzen Sie am besten das Formular, das von Ihrer Kasse zur Verfügung gestellt wird.
Sie sind hier
2. Die Pflegekasse beauftragt den Medizini­schen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder einen anderen unabhängigen Gutachter mit der Begutachtung Ihrer Pflegesituation.
3. Sie erhalten innerhalb von 5 Wochen einen Bescheid der Pflegekasse und erhalten ab sofort und rückwirkend zum Monat der Antragstellung die gewünschten Pflegeleistungen.

Ein Pflegefall
tritt auf.
Fall 1: Die Pflegekasse
genehmigt den Antrag.

Fall 2: Die Pflegekasse
lehnt den Antrag ab.

Sie erhalten
einen Pflegegrad und können Leistungen
in Anspruch nehmen.
1. Führen Sie als Vorbereitung auf den MDK-Besuch ein Pflege­tagebuch, um die Pflegesituation genau zu protokollieren.
Wird der Antrag abgelehnt oder ein zu niedriger Pflegegrad vergeben, können Sie innerhalb von 30 Tagen schriftlich Einspruch erheben. Die Pflegekasse beauftragt erneut den MDK für ein zweites Gutachten.
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